SCOLA VINAVON

Ein guter Gedanke entfaltet sich

Jedes Leben, jedes Werk entsteht aus einer gesammelten Kraft, aus einer Idee. So beginnt die Geschichte der Bäuerinnenschule Ilanz eigentlich nicht mit dem schriftlich festgelegten Jahr ihrer Gründung. Als der Bündner Priester Dr. Johann Fidel Depuoz von Siat im Jahre 1865 das Institut St. Josef in Ilanz eröffnete, tat er dies, weil er sich besonders für die Erziehung der Jugend annehmen wollte. Das Leben hatte ihn weit in der Welt herumgeführt. Um so mehr erkannte er die Not seiner Bündner Heimat, der er mit wenigen Gleichgesinnten  von nun an dienen wollte. Aus den damaligen Akten entnehmen wir: „Mädchen bot er Gelegenheit, alle weiblichen Arbeiten zu erlernen.“

Die erste Idee zum Werk, das wir heute vor uns haben, gab also der Gründer der heutigen Ilanzer Schwesternkongregation. Die Verwirklichung erlebte er nur keimhaft, starb er doch bereits im Jahre 1875. Dank der von ihm gegründeten Schwesterngemeinschaft wurde die Idee jedoch weitergetragen und ausgebaut. Verschiedene Schulen entstanden. Eine Gruppe von Lehrschwestern stand aber immer im Einsatz im Bündner Oberland, zum Teil auch als Wanderlehrerinnen.

Gründung und Entwicklung der Schule

Im Herbst 1931 wurde neben dem bereits langjährig geführten Institut St. Josef mit Primar- und Sekundarschule und Internat in Ilanz eine ländliche Haushaltungsschule eröffnet.

Die erste Anregung dazu gab die Lehrerin Sr. Maria Paula Lehnherr. Sie hatte lange Jahre als Lehrerin an der Stadtschule Ilanz und am Constantineum in Chur gewirkt. Ihr offener Kontakt zur hiesigen Bevölkerung liess sie die besonders mangelnden Ausbildungsmöglich-keiten der Mädchen in den umliegenden Bergtälern erkennen. Spezielle Haushaltungs-schulen für Bergbauernmädchen waren im Jahre 1931 in der Schweiz kaum bekannt. Der erste Kurs begann mit 13 Mädchen.

Im Jahre 1932 fand unter der Leitung des damaligen Domdekans Caminada, später Bischof von Chur, eine Orientierungsversammlung statt. Darauf wurde der erste Lehrplan und ein Reglement festgelegt. Im Oktober 1934 konnte die Schule offiziell unter dem Namen Bündner Bäuerinnenschule eröffnet werden. In den Kriegs- und Nachkriegsjahren wurde die Notwendigkeit einer Ausbildung für die jungen Mädchen vermehrt erkannt. Die Schülerzahl stieg bis auf 70. Ein Neubau drängte sich auf. Nach vielen Hindernissen und Abklärungen konnte im Oktober 1956 der Neubau – unser heutiges Haus – bezogen werden.

Im Jahre 1993 drängte sich aufgrund der fallenden Schülerzahlen eine Neuorientierung auf. Seit August 1995 führen wir das 10. Schuljahr. Seit August 1999 haben wir das Chancenjahr als Möglichkeit eines Vorlehrangebotes integriert und ab dem Jahr 2002 wird der Typ „Informatik und Sprachen“ angeboten. Alle Angebote stehen Mädchen und Knaben offen.

Nach dieser Neuorientierung im Jahre 1993 drängte sich vermehrt auch der Wunsch in uns auf, den Namen der Schule dem Bildungsangebot anzupassen, damit die Schule auch für die jungen Mädchen und vor allem auch für die Knaben, ansprechend ist. Einige Zeit ist seither vergangen. Die Namensänderung war ein langer Prozess, der seine Zeit wohl noch brauchen wird. Die Bündner Bäuerinnenschule hat eine starke Verwurzelung in der Surselva und in den Menschen, die dort leben und arbeiten.

Nun haben wir ein Ziel erreicht, die scola vinavon kann vorwärts gehen und auf uns zählen!

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